Michael Epkenhans/Ulrich von Hehl (Hgg.): Otto von Bismarck und die Wirtschaft, Paderborn 2013

Im Zusammenhang mit den Arbeiten an der Neuen Friedrichsruher Ausgabe der Werke Otto von Bismarcks veranstaltete die Otto-von-Bismarck-Stiftung 2010 eine Tagung zur Rolle Bismarcks als Wirtschafts- und Sozialpolitiker. „Otto von Bismarck und die Wirtschaft“ lautet der Titel des Tagungsbandes, den die Herausgeber Michael Epkenhans, Leiter der Abteilung Forschung im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, und Ulrich Hehl, Professor für Neue und Neueste Geschichte an der Universität Leipzig, jüngst vorgelegt haben. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 14 (2014), Nr. 3 (15.03.2014)

Peter Nowak, Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken, Edition Assemblage, Münster 2013.

Ver­folgt man die ein­schlä­gi­gen Debat­ten, so kann man sich oft des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass die deut­sche Linke ihren ganz eige­nen Nah­ost­kon­flikt aus­trägt. Überi­den­ti­fi­ka­tion und unre­flek­tierte Soli­da­ri­tät ent­we­der mit Israel oder mit Paläs­tina tra­gen beson­ders in den letz­ten zwölf Jah­ren zu einer in Tei­len hoch­e­mo­tio­na­len Debat­ten­kul­tur bei, die eine sach­li­che Erör­te­rung und dif­fe­ren­zierte Zugänge zur Pro­ble­ma­tik erschwe­ren, wenn nicht unmög­lich machen. Alter­na­tive linke Per­spek­ti­ven auf den Kon­flikt zwi­schen Israel und Paläs­tina, die die berech­tig­ten Inter­es­sen aller in der Region leben­der Men­schen im Auge haben und daher etwa eine ana­ly­ti­sche Gleich­ran­gig­keit von Kolo­nia­lis­mus­kri­tik, Anti­se­mi­tis­mus­kri­tik und Ideo­lo­gie­kri­tik ein­for­dern sowie die Anwen­dung glei­cher uni­ver­sa­lis­ti­scher Stan­dards an die Beur­tei­lung der Kon­flikt­par­teien, gel­ten in hoch­dog­ma­ti­schen Milieus als nicht diskursfähig. Mehr von diesem Beitrag lesen

Peter Ullrich: Linke, Nahostkonflikt, Antisemitismus. Reihe Analysen der Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin 2012

Nahostkonflikt und Antisemitismus sind immer wieder Anlass für emotionsgeladene Diskussionen besonders in der deutschen Linken. Peter Ullrich hat nun einen «Wegweiser» durch die Debatte vorgelegt. Die Konfliktlinien im Nahen Osten erscheinen allzu gefestigt, was wiederum zu einfachen Antworten und generalisierenden Schlussfolgerungen verleiten kann. In der Realität stellt sich der Konflikt allerdings vielschichtiger und komplexer dar, als es die Diskussionen in der politischen Linken hierzulande bisweilen vermuten lassen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Peter Thorau, Lawrence von Arabien. Ein Mann und seine Zeit, München (C. H. Beck) 2010, 224 S., 19 Abb., 3 Karten, ISBN 978-3-406-60627-4

»Kriegsheld«, »Schlüsselfigur der arabischen Revolte«, »Erfinder des Guerilla-Krieges«, »großer Feldherr«, »kühner Beduinenführer«, »Befreier der Araber vom osmanischen Joch«, »selbstloser Freund und Fürst der Araber«, »Königsmacher«, »Gestalter der nahöstlichen Landkarte«. Diese und ähnliche Zuschreibungen assoziiert man nahezu unvermeidlich, wenn man in den Medien auf den Namen Thomas Edward Lawrence stößt. Weiterlesen

erschienen in Francia-Recensio 2012/1 | 19./20. Jahrhundert – Histoire contemporaine, Januar 2013

Eric A. Leuer: Die Mission Hoyos. Wie österreichisch-ungarische Diplomaten den ersten Weltkrieg begannen, Herbolzheim: Centaurus 2011

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges jährt sich im Sommer 2014 zum 100. Mal. Über die Ursachen, Auslöser und Verantwortlichkeiten wird in der Geschichtswissenschaft kontrovers diskutiert. Bei aller unterschiedlichen Gewichtung im Detail, besteht in wichtigen Fragen ein breit getragener Konsens. Hierzu gehört zunächst die keineswegs banale Feststellung, dass dem Ersten Weltkrieg ein komplexes Ursachengeflecht zugrunde liegt. Einigkeit besteht in der Einschätzung, dass der Kriegsausbruch eine Konsequenz des Hochimperialismus und der sich hieraus zwischen den Großmächten seit etwa 1900 verschärfenden Konflikten ist, welche die Friedensfähigkeit zwischenstaatlicher Bündnissysteme und den Friedenswillen der europäischen Großmächte zunehmend unterminierten. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 12 (2012), Nr. 10 [15.10.2012]

 

Robin A. Butlin: Geographies of Empire. European Empires and Colonies c.1880-1960, Cambridge: Cambridge University Press 2009

Mit seiner Studie Geographies of Empire. European Empires and Colonies c. 1880 – 1960 legt Robin A. Butlin, emeritierter Professor für Geographie an der Universität von Leeds und Autor zahlreicher einschlägiger Arbeiten zur historischen Geographie, ein überzeugendes Plädoyer für eine interdisziplinär orientierte Kolonialismus- und Imperialismusforschung vor. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 11 (2011), Nr. 6 [15.06.2011]

 

Wolfgang Kruse: Der Erste Weltkrieg, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2009

Spätestens seit der Fischer-Kontroverse in den 1960er Jahren um die Kriegsschuldfrage 1914 gehört der Erste Weltkrieg auch in der Bundesrepublik Deutschland zu den großen, um nicht zu sagen klassischen Forschungsfeldern der Geschichtswissenschaft. Die internationale Forschung auf diesem Gebiet ist inzwischen in hohem Maße ausdifferenziert und spezialisiert. Neueinsteigern ins Thema fällt es oft schwer, sich im übergroßen Angebot an einschlägiger Fachliteratur zu orientieren. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 10 (2010), Nr. 4 [15.04.2010]

Bettina Zurstrassen: „Ein Stück deutscher Erde schaffen“. Koloniale Beamte in Togo 1884-1914, Frankfurt/M.: Campus 2008

Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1919 verlor Deutschland auch formal seine Ansprüche auf die mehrheitlich schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges verloren gegangenen Kolonien. In Artikel 119 des Friedensvertrages erklärte es seinen Verzicht auf die Kolonien. Die Siegermächte begründeten diesen erzwungenen Verzicht damit, dass das Reich als Kolonialmacht zivilisatorisch, kulturell und politisch versagt habe. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 9 (2009), Nr. 7/8 [15.07.2009]

 

Axel Kellmann: Anton Erkelenz. Ein Sozialliberaler im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, Münster / Hamburg / Berlin / London: LIT 2007

In seiner im Jahre 2007 an der Fernuniversität Hagen vorgelegten Dissertation lenkt der Historiker Axel Kellmann, Dozent im Bundesverwaltungsamt in Köln, mit Anton Erkelenz (1878-1945) den Blick auf einen sozialliberalen Gewerkschafter und Politiker, der bisher von der Geschichtswissenschaft kaum wahrgenommen wurde. Den Grund hierfür liefert der Verfasser selbst: Anton Erkelenz war mit seinen politischen Forderungen nicht nur in der eigenen Partei, der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) gescheitert (189), sondern auch ohne Einfluss auf die Reichspolitik geblieben, trotz seiner exponierten Stellung als Vorsitzender des Vorstandes einer Partei in Regierungsverantwortung. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 8 (2008), Nr. 9 [15.09.2008]

 

 

 

 

 

 

Ina Grünjes: Lawrence von Arabien: Don Quichotte und Kreuzfahrer? Die Konstruktion von T.E. Lawrence als Mann des Mittelalters in der Neuzeit, Berlin: trafo 2006

Zahlreiche Mythen und Legenden verklären bis in die Gegenwart das Leben und Wirken T. E. Lawrence‘ (geb. 16. August 1888 gest. 19. Mai 1935). Nicht zuletzt aus diesem Grunde interessiert sich die Nachwelt bis heute ungebrochen für jenen Mann, der als britischer Verbindungsoffizier im Ersten Weltkrieg großen Anteil am Erfolg des Arabischen Aufstandes (1916-1918) gegen die als Unterdrückung empfundene türkische Herrschaft hatte. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 8 (2008), Nr. 5 [15.05.2008]