Paul von Lettow-Vorbeck. Militarist und Antidemokrat.

Der öffentliche Raum ist ein zentrales Feld geschichtspolitischer Auseinandersetzungen und Interventionen. Im Zusammenhang mit der Debatte um die inzwischen erfolgte Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße in Wuppertal hatte ich damals Argumente gegen ein ehrendes Gedenken formuliert. In vielen Städten und Gemeinden ziert der Name Lettow-Vorbeck weiterhin Straßen und öffentliche Einrichtungen. Es ist an der Zeit, dies zu ändern! 

 

Die Blutspur des Karrieremilitärs Paul von Lettow-Vorbeck (*20. März 1870 †9. März 1964) zieht sich von China über Afrika bis nach Hamburg. Als Kompaniechef war Lettow-Vorbeck 1900/1901 an der brutalen Niederschlagung des so genannten „Boxer-Aufstandes“ in China beteiligt. Er war unter anderem dabei, als Gefangene erschossen wurden. Im Jahre 1904 meldet sich der glühende Kolonialist freiwillig nach Namibia. Als Adjutant des Generals Lothar von Trotha war Lettow-Vorbeck im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) am Genozid an den Herero und Nama beteiligt, die sich gegen ihre kolonialen Unterdrücker zur Wehr setzten. Mehr als 60.000 Männer, Frauen und Kinder fallen den deutschen Mördern zum Opfer. Im Ersten Weltkrieg befehligte Lettow-Vorbeck als Kommandeur die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika (Tansania, Ruanda, Burundi). Seine Truppe, die sich aus Deutschen und Afrikanern (zwangs-) rekrutierte, machte vor Plünderungen, Vergewaltigungen, Brandschatzungen, Folterung Gefangener und Verwundeter und Morden nicht Halt. Die Tatsache, dass er sich numerisch und militärisch überlegenen englischen Truppen zu widersetzen vermochte, begründete seinen Heldenstatus in der Weimarer Republik und im nationalsozialistischen Deutschland. Mehr von diesem Beitrag lesen

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