CFP: History is unwritten. Linke Geschichtspolitik und kritische Wissenschaft: Gestern, Heute und Morgen. 6. / 7. Dezember, Berlin

Das war eine hervorragende und eminent anregende Tagung!

http://historyisunwritten.wordpress.com/

 

 

 

Ich möchte an dieser Stelle auf ein CfP zu einer wichtigen Tagung zu linker Geschichtspolitik und kritischer Wissenschaft aufmerksam machen, welche der AK Loukanikos und die Rosa Luxemburg Stiftung im Dezember in Berlin durchführen werden.

Aus dem Ankündigungstext: „Der Blick der Geschichtswissenschaft ist ihrem Gegenstand gemäß zunächst in die Vergangenheit gerichtet. Kann der Blick zurück aber darüber hinaus eine kritische politische Perspektive auf die Gegenwart ermöglichen? Die Tagung ‚History is unwritten‘ widmet sich den Möglichkeiten und Fallstricken eines Bezugs auf die Vergangenheit, der sich auch einer besseren Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Gegenwart verpflichtet sieht. Geschichtswissenschaft in die Arena gegenwärtiger Politik zu tragen, gibt zunächst Anlass zur Skepsis.“ Weiterlesen

Weitere Informationen unter http://www.rosalux.de/news/39519/call-for-papers-history-is-unwritten-linke-geschichtspolitik-und-kritische-wissenschaft-gestern.html

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1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg. Aggression und Avantgarde – Internationaler Kongress 23. – 25. September in Bonn

Ich möchte es nicht versäumen auf eine hochinteressante Veranstaltung des Landschaftsverbands Rheinland anläßlich des hundersten Jahrestages des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges 2014 hinzuweisen. Es handelt sich hierbei um die Auftaktveranstaltung zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Austellungen in diesem und vor allem im nächsten Jahr in der Region zwischen Rhein und Ruhr.

Aus der Ankündigung des Veranstalters:

„Die neue Unübersichtlichkeit am Vorabend des »Großen Krieges« will der Kongress mit Foren und Diskussionsrunden kulturhistorisch ausleuchten. Internationale Referentinnen und Referenten verschiedener Wissenschaftszweige, aber auch Fachleute der LVR-Kultureinrichtungen tragen ihre Überlegungen einem Publikum vor, das selbst nicht nur aus Experten besteht. Angesprochen sind ausdrücklich auch Vermittler und interessierte Laien.“ Weiterlesen

“Vom nationalen zum europäischen Geschichtsbild?“ Ein Seminar zur Geschichtspolitik im Weimarer Dreieck – gestern und heute

Tagung des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schullbuchforschung am 21. / 22. September 2013 in Ingelheim

Aus der Ankündigung des Veranstalters: „Das Seminar will der Frage nachgehen, inwiefern man von vorherrschenden „nationalen Geschichtsbildern“ in Deutschland, Polen und Frankreich sprechen kann. Stehen diese im Konflikt miteinander und waren oder sind sie Gegenstand einer jeweiligen nationalen Geschichtspolitik?“ Weiterlesen

Mensch darf gespannt sein, welche Narrative hier konstruiert wird.

Zur Frühgeschichte des Palästina-Konflikts bis zur Gründung des Staates Israel

Salvador Oberhaus

Zur Frühgeschichte des Palästina-Konflikts bis zur Gründung des Staates Israel

Ein ereignishistorischer Problemaufriss[1]

Der Beitrag ist erschienen als Standpunkte International Nr. 17, Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin 2011. Eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage ist in Planung.

Wer das Existenzrecht Israels bestreitet oder die Forderung der Palästinenser nach einem unabhängigen palästinensischen Staat infrage stellt, der hat aus der Geschichte nichts gelernt und verkennt die Komplexität und Emotionalität der Problemlage, die uns als Nahostkonflikt begegnet. Im Mittelpunkt dieses Konfliktes steht, zugespitzt formuliert, die Frage: »Wem gehört Palästina?« Es geht auf der einen Seite um Fragen der Gleichberechtigung, der Selbstbestimmung und des Rückkehrrechts von Flüchtlingen und natürlich nicht zuletzt um die offene Frage der palästinensischen Staatlichkeit. Kurz: Es geht um das Problem der Emanzipation von einem so empfundenen Kolonialregime. Aus israelischer Perspektive geht es, wenn man der Raison d’être folgt, um nichts Geringeres als den Schutz der Existenz des jüdischen Volkes in einer so wahrgenommenen »Welt voller Feinde«. Wem also gehört Palästina? Man möchte sich wünschen, den Menschen, die dort leben. Aber wie so häufig liegen Wunsch und Realität weit auseinander. Download Mehr von diesem Beitrag lesen

Paul von Lettow-Vorbeck. Militarist und Antidemokrat.

Der öffentliche Raum ist ein zentrales Feld geschichtspolitischer Auseinandersetzungen und Interventionen. Im Zusammenhang mit der Debatte um die inzwischen erfolgte Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße in Wuppertal hatte ich damals Argumente gegen ein ehrendes Gedenken formuliert. In vielen Städten und Gemeinden ziert der Name Lettow-Vorbeck weiterhin Straßen und öffentliche Einrichtungen. Es ist an der Zeit, dies zu ändern! 

 

Die Blutspur des Karrieremilitärs Paul von Lettow-Vorbeck (*20. März 1870 †9. März 1964) zieht sich von China über Afrika bis nach Hamburg. Als Kompaniechef war Lettow-Vorbeck 1900/1901 an der brutalen Niederschlagung des so genannten „Boxer-Aufstandes“ in China beteiligt. Er war unter anderem dabei, als Gefangene erschossen wurden. Im Jahre 1904 meldet sich der glühende Kolonialist freiwillig nach Namibia. Als Adjutant des Generals Lothar von Trotha war Lettow-Vorbeck im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) am Genozid an den Herero und Nama beteiligt, die sich gegen ihre kolonialen Unterdrücker zur Wehr setzten. Mehr als 60.000 Männer, Frauen und Kinder fallen den deutschen Mördern zum Opfer. Im Ersten Weltkrieg befehligte Lettow-Vorbeck als Kommandeur die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika (Tansania, Ruanda, Burundi). Seine Truppe, die sich aus Deutschen und Afrikanern (zwangs-) rekrutierte, machte vor Plünderungen, Vergewaltigungen, Brandschatzungen, Folterung Gefangener und Verwundeter und Morden nicht Halt. Die Tatsache, dass er sich numerisch und militärisch überlegenen englischen Truppen zu widersetzen vermochte, begründete seinen Heldenstatus in der Weimarer Republik und im nationalsozialistischen Deutschland. Mehr von diesem Beitrag lesen

Salvador Oberhaus, „Zum wilden Aufstande entflammen“. Die deutsche Ägyptenpolitik 1914-1918. Ein Beitrag zur Propagandageschichte des Ersten Weltkrieges.

Die Studie ist im Druck erschienen 2007 im Verlag Dr. Müller. Unveränderte Neuauflage im Akademikerverlag 2012: „Zum wilden Aufstande entflammen“. Die deutsche Propagandastrategie für den Orient im Ersten Weltkrieg am Beispiel Ägypten, Saarbrücken 2007 / 2012.

Wenn heute in den Medien vom Djihad, dem islamischen Heiligen Krieg, die Rede ist, so sind wir es gewohnt, besonders seit den Anschlägen in New York und Washington vom 11. September 2001 sowie den Anschlägen in der spanischen Hauptstadt Madrid vom 11. März 2004, an den arabischen Terrorismus und den seit vielen Jahrzehnten währenden Nahost-Konflikt zu denken. In der westlichen Welt, so auch in der Bundesrepublik Deutschland, wird – oft von Ressentiments geprägt – über die Bedrohung der christlichen Zivilisation und den Vernichtungswillen fanatischer Islamisten räsoniert.[1]

Dass Deutschland vor 90 Jahren diesen angeblichen islamischen Fanatismus für seine Bedürfnisse im Ersten Weltkrieg auszunutzen versuchte, ist in der veröffentlichten Meinung ebenso wenig ein Thema, wie es im öffentlichen Bewusstsein kaum eine Rolle spielt, dass die deutsche Regierung zwischen 1914 und 1916 die Kooperation mit muslimischen Staatsmännern, Stammesführern und religiösen Würdenträgern suchte, um die islamischen Gebiete zu revolutionieren, die von den Staaten der Entente in kolonialer Abhängigkeit gehalten wurden. Zum Download

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