Konferenz der Rosa Luxemburg Stiftung: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber …“ 100 Jahre Erster Weltkrieg – 100 Jahre Bezugnahmen und Deutungen in Europa

In eigener Sache (quasi)

In wenigen Monaten jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Nur wenige Wochen später ist an den 75. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. Die Rosa Luxemburg Stiftung, die Rosa Luxemburg Stiftung NRW und ihre Kooperationspartner*innen nehmen die Jahrestage zum Anlass zu einer Tagung, die drei Schwerpunkte setzen und mit ihrem Fokus auf mentalitätshistorische Zugänge Fragen nach Verbindungslinien stellen wird: Welche Rolle spielt der Erste Weltkrieg für die Strukturen und Entwicklungen des Nationalsozialismus? Welche Auswirkungen und Bezugnahmen folgten auf den Ersten Weltkrieg daneben aber auch auf und durch die politische Linke? Und schließlich: Wie sind die erinnerungs- und geschichtspolitischen Interpretationen und Standpunkte im „Erinnerungsjahr“ 2014 einzuordnen, die von einer „Urkatastrophe“, von zivilisatorischen Bruchkanten, Zäsuren oder Kontinuitäten im „kurzen 20. Jahrhunderts“ sprechen? Mehr von diesem Beitrag lesen

Also doch „hineingeschlittert“? Anmerkungen zur aktuellen Debatte über die Ursachen des Ersten Weltkrieges und deren geschichtspolitischen Implikationen.

Die Fragen nach den Ursachen und Verantwortlichkeiten für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges werden im Grunde genommen schon seit August 1914 kontrovers diskutiert. Die Antworten fallen je nach Sprechort, politischem Standpunkt und Betroffenheit von den Ereignissen diametral aus – damals wie heute. Gleichwohl hatte sich in den 1930er Jahren die Auffassung des britischen Kriegs-Premier David Lloyd Georgs als Allgemeinplatz etabliert, der gemäß die Staatsmänner der Großmächte in den Krieg „hineingeschlittert“ seien. Laut gängiger Lesart war also niemand so richtig für des Ausbruch des Ersten Weltkrieges verantwortlich. Fritz Fischer und seinen Schülern gelang es, diese These nachhaltig zu erschüttern und eine deutsche Hauptverantwortung für den Krieg nachzuweisen. Seither sind rund fünfzig Jahre vergangen und zahllose Studien zum Ersten Weltkrieg und der Rolle des Deutschen Reiches erschienen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Michael Epkenhans/Ulrich von Hehl (Hgg.): Otto von Bismarck und die Wirtschaft, Paderborn 2013

Im Zusammenhang mit den Arbeiten an der Neuen Friedrichsruher Ausgabe der Werke Otto von Bismarcks veranstaltete die Otto-von-Bismarck-Stiftung 2010 eine Tagung zur Rolle Bismarcks als Wirtschafts- und Sozialpolitiker. „Otto von Bismarck und die Wirtschaft“ lautet der Titel des Tagungsbandes, den die Herausgeber Michael Epkenhans, Leiter der Abteilung Forschung im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, und Ulrich Hehl, Professor für Neue und Neueste Geschichte an der Universität Leipzig, jüngst vorgelegt haben. Weiterlesen

erschienen in sehepunkte 14 (2014), Nr. 3 (15.03.2014)

Vortrag: Politische Bildungsarbeit unter den Bedingungen der Extremismusdoktrin

Der Rosa Luxemburg Club Nord-Westpfalz hat mich zu einem Vortrag nach Kaiserlautern eingeladen. Am 28. 2. werde ich zum Thema sprechen und diskutieren.

(Aus der Ankündigung der Veranstalter*innen)

Seit 2011 hat das Bundesfamilienministerium auf Initiative der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Extremismusklausel eingeführt. Die neue Bundesregierung plant, die umstrittene Erklärung abzuschaffen – aber offensichtlich nicht ersatzlos. Es wird bisher von allen zivilgesellschaftlichen Initiativen, die staatlich gefördert werden wollen, ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung verlangt– also ein Beweis dafür, dass in keinem Ehrenamtlichen ein Extremist steckt. Doch was ist ein Extremist ? Die abstruse Extremismustheorie stellt sehr vereinfacht die politische Realität als Hufeisen dar. Dieses besagt, dass es eine demokratische Mitte der Gesellschaft gäbe, die durch extremistische Ränder bedroht sei. Dieses Schema verharmlost Rassismus, Antisemitismus und andere Ungleichwertigkeitsideologien, die sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche ziehen, oder blendet sie gänzlich aus. Zudem werden linke Gesellschaftskritik und antifaschistischer Widerstand mit dem Denken und Handeln von Nazis gleichgesetzt. Dieses stellt für viele linke und/oder antifaschistische Gruppen oder Initiativen, die für einen emanzipatorischen Gesellschaft einstehen eine Verhöhnung dar.

Doch damit nicht genug, sämtliche Kooperationspartner der Initiativen müssen auf „extremistische Strukturen“ hin überprüft werden – im Zweifelsfall mittels der Verfassungsschutzberichte und durch Nachfrage bei öffentlichen Behörden. Eine Zusammenarbeit, die bis dato auf Vertrauen basierte, soll nun aus Sicht des Ministeriums durch Kontrolle optimiert werden.Dieses hat für die alltägliche politische Arbeit von Gruppen,Initiativen und für politische Bildungsarbeit enorme Auswirkungen, die wir in dieser Veranstaltung genauer betrachten möchten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

„Linke Kommunalpolitik in der Krise?!“ Die Auswirkungen der EU-Krisenpolitik auf die Handlungsfähigkeit der Kommunen

Ein Veranstaltungsbericht zur Tagung der Rosa Luxemburg Stiftung

Von Dr. Salvador Oberhaus und Dr. Hermann Stauffer

Ein internationales überwiegend fach- und sachkundiges Publikum, mehrheitlich kommunale Mandatsträger*innen linker Parteien und Wahlbündnisse aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, folgte der Einladung der Rosa Luxemburg Stiftungen Rheinland-Pfalz und Saarland zur Tagung „Linke Kommunalpolitik in der Krise? Die Auswirkungen der EU-Krisenpolitik auf die Handlungsfähigkeit der Kommunen“ am 16. November 2013 ins luxemburgische Remerschen bei Schengen. Unterstützt vom Zentrum für internationalen Dialog und Zusammenarbeit der Rosa Luxemburg Stiftung berieten die 35 Teilnehmer*innen unter den angenehmen Rahmenbedingungen der an der Mosel gelegenen Jugendherberge über politische Alternativen zur EU-Krisenpolitik auf kommunaler Ebene an einem symbolträchtigen Ort der Geschichte der europäischen Integration.

Die Fachtagung versteht sich als ein Beitrag zur Analyse der Auswirkungen der Krisenpolitik der Europäischen Union auf die Handlungsfähigkeit der Kommunen in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Die Tagung ermöglichte einen grenzüberschreitenden Vergleich und ein Diskussionsforum für alternative Politikansätze in den Kommunen und richtet so auch den Blick nach innen in die parteipolitisch organisierte Linke hinein. Bisher scheint es linken Parteien in Europa nicht gelungen zu sein, gemeinsame Antworten auf die aktuellen, nur gemeinsam lösbaren Herausforderungen zu finden. „Linke Kommunalpolitik in der Krise“, der Tagungstitel, ist provokant und durchaus doppeldeutig zu verstehen.   Mehr von diesem Beitrag lesen

Tagung „Kampf um Wissen – Spionage, Geheimhaltung und Öffentlichkeit zwischen Nationalstaat und Globalisierung (1870-1940)“

Ich mach mal ein wenig Werbung in eigener Sache und möchte auf nachfolgende Veranstaltung an der Uni Rostock aufmerksam machen.

Aus der Ankündigung des Veranstalters:

Tagung
14. & 15.11.2013
Internationales Begegnungszentrum Rostock, Bergstraße 7a, 18057 Rostock

Seit je waren Herrschaftseliten bestrebt, politisch relevantes Wissen über spezifische Themenbereiche zu sammeln und geheim zu halten. Mit der Schaffung staatlicher Geheimdienste im 19. und frühen 20. Jahrhundert avanciert die Spionage als eine spezifische Form der Wissensbeschaffung zu einer ebenso professionellen wie gefürchteten Technik.
Mit dieser Professionalisierung der staatlichen Wissensbeschaffung kontrastiert eine Entwicklung, die sich parallel dazu entfaltet: der Aufstieg der Massenmedien zur „Vierten Gewalt“. Im Akt der Veröffentlichung und Enthüllung werden Medien damit auch zu Gegenspielern der Geheimdienste. Weiterlesen

Peter Nowak, Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken, Edition Assemblage, Münster 2013.

Ver­folgt man die ein­schlä­gi­gen Debat­ten, so kann man sich oft des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass die deut­sche Linke ihren ganz eige­nen Nah­ost­kon­flikt aus­trägt. Überi­den­ti­fi­ka­tion und unre­flek­tierte Soli­da­ri­tät ent­we­der mit Israel oder mit Paläs­tina tra­gen beson­ders in den letz­ten zwölf Jah­ren zu einer in Tei­len hoch­e­mo­tio­na­len Debat­ten­kul­tur bei, die eine sach­li­che Erör­te­rung und dif­fe­ren­zierte Zugänge zur Pro­ble­ma­tik erschwe­ren, wenn nicht unmög­lich machen. Alter­na­tive linke Per­spek­ti­ven auf den Kon­flikt zwi­schen Israel und Paläs­tina, die die berech­tig­ten Inter­es­sen aller in der Region leben­der Men­schen im Auge haben und daher etwa eine ana­ly­ti­sche Gleich­ran­gig­keit von Kolo­nia­lis­mus­kri­tik, Anti­se­mi­tis­mus­kri­tik und Ideo­lo­gie­kri­tik ein­for­dern sowie die Anwen­dung glei­cher uni­ver­sa­lis­ti­scher Stan­dards an die Beur­tei­lung der Kon­flikt­par­teien, gel­ten in hoch­dog­ma­ti­schen Milieus als nicht diskursfähig. Mehr von diesem Beitrag lesen